Hintergrund

Bruno Podalydès, seine Darsteller und sein Filmteam sind fast eine kleine Familie, die sich vor seiner Kamera immer wieder trifft. Mit Jean-Noël Brouté (Damien) und Michel Vuillermoz (Christophe) arbeitet der Regisseur schon seit Beginn seiner Karriere. Auch Pierre Arditi, der in NUR FLIEGEN IST SCHÖNER einen Cameo-Auftritt als Angler hat, gehört fest zu seinem Cast. Mit Sandrine Kiberlain und Agnès Jaoui arbeitet er zum ersten Mal, aber das überzeugende Zusammenspiel lässt ahnen, dass auch die beiden im Reigen des vertrauten Teams in Zukunft wieder anzutreffen sein werden.


Bruno Podalydès spielt in NUR FLIEGEN IST SCHÖNER zum ersten Mal die Hauptrolle in einem seiner Filme. Bisher war sein Bruder Denis Protagonist seiner Geschichten.


NUR FLIEGEN IST SCHÖNER wurde in chronologischer Reihenfolge gedreht, was sehr unüblich beim Film ist. Der Film zeigt im Grunde zwei Teile: In Teil eins stehen die Dreharbeiten mit Sandrine Kiberlain, in Teil zwei mit Agnès Jaoui und Vimala Pons im Fokus. Die Dreharbeiten spiegeln die Geschichte des Films, erklärt Sandrine Kiberlain: „Ich habe den Dreh verlassen, als sich das Filmteam in Richtung Ausflugslokal bewegte. In dem Moment, als Michel in der Geschichte auf seine Reise geht.“


Obwohl seine Filme eine fantastische Leichtigkeit ausstrahlen, gilt Bruno Podalydès als akribischer Filmemacher, der genau weiß, was er will. Seine Drehbücher sind sorgfältig ausgearbeitet, können sich aber im Laufe der Dreharbeiten noch der Stimmung am Set anpassen. Insbesondere Sandrine und Agnès haben ihre Charaktere gemeinsam mit ihm ausfeilen und bereichern können. Dass dies möglich ist, liegt an der besonderen Einstellung, die er zum Element Zeit habe, erklärt Agnès: „Es ist, als ob er gegen Stress und den Druck während der Dreharbeiten resistent wäre.“


Der Film spielt mit Motiven, die der Zuschauer aus Märchen kennt: ein abgelegenes Haus, das kein Entkommen erlaubt, wenn man es erst betreten hat, der „Zaubertrank“, der hier „Absinth“ heißt und Michel gefügig macht, ein „böser Wolf“, den Mila darum bittet, sie zu verschonen.


Sandrine Kiberlain, Agnès Jaoui und Bruno Podalydès haben alle bereits mit Alain Resnais gearbeitet. Agnès Jaoui sieht durch Brunos Poesie und seine ähnliche Arbeitsweise sogar einen direkten Erbe Resnaisʼ: „Die Sanftheit, mit der Alain Dinge erreicht, die Art, wie er zu den Schauspielern Vertrauen aufbaut, gefiel mir so sehr, dass ich sie auch in meine Arbeit integrieren wollte. Die Dreharbeiten mit Bruno haben mich genau daran erinnert.“


Podalydès orientiert sich bei der Lichtgebung an Jean Renoirs „Landpartie“. Kamerafrau Claire Mathon hat die rustikale Atmosphäre des Waldes für den Regisseur in eine Magie getaucht, die für ihn von diesem Ort ausgeht.


Der Film wurde im Burgund in den Départements Yonne und Loiret gedreht. Für die Dreharbeiten am Fluss war das Filmteam in Charny untergebracht.